Wann wird eine Ungänze zum Fehler und wann bleibt sie ein Merkmal des Prozesses?
Die Weiterbildung »Gussfehler im Druckguss erkennen, verstehen und vermeiden« vermittelt ein fundiertes Verständnis der Entstehung, Bewertung und Vermeidung typischer Ungänzen im Druckguss. Dabei stehen nicht einzelne Fehlerbilder im Vordergrund, sondern die zugrunde liegenden Zusammenhänge zwischen Werkstoff, Werkzeug, Prozessführung und Bauteilqualität.
Im Rahmen der Schulung lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, charakteristische Fehlerbilder wie Porosität, Kaltläufe, Oxideinschlüsse oder Oberflächenfehler systematisch zu erkennen, zu bewerten und deren Ursachen einzuordnen. Anhand realer Gussteile wird aufgezeigt, wie unterschiedliche Fehlerbilder entstehen, welche Auswirkungen sie auf die spätere Bauteilfunktion haben und welche Rolle sie bei der Qualitätsbewertung eines Druckgussteils spielen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Ursachenanalyse. Mithilfe verschiedener Untersuchungs- und Prüfverfahren werden typische Ungänzen analysiert und deren Zusammenhang mit Werkstoffzustand, Werkzeugauslegung und Prozessparametern nachvollziehbar gemacht. Die Teilnehmer lernen dabei, Fehlerbilder nicht isoliert zu betrachten, sondern als Ergebnis komplexer Wechselwirkungen entlang der gesamten Prozesskette zu verstehen.
Das Fraunhofer IFAM verfügt über langjährige Erfahrung in der Druckgussprozessentwicklung, Werkstoffcharakterisierung und Fehleranalyse von Druckgussteilen. Durch den praxisnahen Ansatz und die Arbeit an realen Bauteilen werden theoretische Inhalte unmittelbar greifbar. Die Teilnehmer entwickeln ein tieferes Verständnis dafür, welche Ursachen hinter typischen Qualitätsabweichungen stehen und wie geeignete Maßnahmen auf Bauteil-, Werkzeug- und Prozessebene abgeleitet werden können.